Um die Stadt Braunschweig besser mit der Hauptstadt und mit Hamburg zu verbinden, wurde bereits 1872
durch die Braunschweigische Nordwestbahn-Gesellschaft eine Hauptbahn, ausgehend vom Braunschweiger
Nordbahnhof über Meine nach Isenbüttel-Gifhorn geplant. Sie sollte von Osten her nach Isenbüttel-Gifhorn
einmünden. Hier hätte man einen Anschluß an die Berlin-Lehrter-Bahn gehabt und hätte in Richtung Uelzen
weiterbauen können um dort Anschluß an die seit dem 17.Mai 1850 bestehende Strecke nach Harburg zu
schaffen. Dieser Plan, sowie weitere Pläne dieser Art konnten jedoch nicht realisiert werden.
Erst 1885 unternahm die Preußische Staatsbahn einen neuen Versuch eine Linie zwischen Braunschweig und
Isenbüttel-Gifhorn zu planen. Neu war an diesen Planungen, daß die Strecke nun von Westen her in den Bahnhof
Isenbüttel-Gifhorn einmünden sollte. Bald darauf konnte mit dem Bau begonnen werden. Die Strecke wurde als
Nebenbahn von Isenbüttel-Gifhorn aus zunächst nur bis zum Ort Meine gebaut, dessen dort ansässige Zuckerfabrik
auf einen Bahnanschluß zum Antransport der Zuckerrüben gedrängt hatte. Diese Linie konnte am 1.März 1889 für
den Güterverkehr und zum 1.Juli des Folgejahres auch für den Personenverkehr in Betrieb genommen werden, die
Betriebsführung lag bei der Berlin-Lehrter-Eisenbahngesellschaft.
Die Inbetriebnahme der gesamten Strecke von Braunschweig nach Isenbüttel-Gifhorn konnte allerdings erst zum
1.Mai 1894 erfolgen. Die Betriebsführung lag von diesem Tage an bei den Preußischen Staatsbahnen.
Ebenfalls im Jahre 1885 stellte die Norddeutsche Torfmoorgesellschaft einen Antrag auf Erschließung ihrer
Torfabbaugebiete in der Nähe von Triangel durch eine Eisenbahnstrecke. Zu diesem Zweck wurde eine
Strecke vom Bahnhof Isenbüttel-Gifhorn, die diesen auf der westlichen Seite verließ, nach Triangel geplant
und gebaut. Die Eröffnung des Güterverkehrs konnte nach dreijähriger Bauzeit zum 1.Mai 1889 erfolgen, der
Personenverkehr wurde danach zum 1.November des selben Jahres aufgenommen. Auch diese Strecke
wurde zunächst durch die Berlin-Lehrter-Eisenbahngesellschaft betrieben.
Gleichzeitig mit der Eröffnung der beiden Stichstrecken von Isenbüttel-Gifhorn aus, wurde der Bahnhof erweitert.
Neben einer Umgestaltung der Bahnsteige, wurde am nordwestlichen Bahnhofskopf, in der Einfahrkurve der
Strecke von Triangel, ein kleines Bahnbetriebswerk mit einer Drehscheibe und einem Rundlockschuppen
errichtet.
Nachdem die restliche Strecke von Triangel nach Wieren zum 1.September 1900 eröffnet werden konnte,
wechselte auch hier die Betriebsführung auf die Preußischen Staatsbahnen über. Nun war endlich, nach 14
Jahren, die vom Beginn des ersten Bauabschnittes bis zur Vollendung der Gesamtstrecke verstrichen waren,
ein durchgehender Zugbetrieb von Braunschweig bis nach Uelzen möglich.
Der Umstand, daß beide Linien von Westen her in den Bahnhof Isenbüttel-Gifhorn mündeten (Siehe Abbildung 1), erwies
sich erwartungsgemäß für einen Durchgangsverkehr von Braunschweig in Richtung Hamburg, für den die beiden
von Isenbüttel-Gifhorn ausgehenden Strecken allerdings auch gar nicht konzipiert worden waren, als betriebliches
Hemmnis, da jeder Zug in Isenbüttel-Gifhorn "Kopfmachen" mußte. Deshalb entschied sich die Deutsche Reichsbahn
kurz vor dem Ersten Weltkrieg für eine Änderung der Streckenführung der Strecke Braunschweig - Isenbüttel-Gifhorn.
Diese sollte nun von Osten her über eine Brücke über die Strecke Berlin - Lehrte in die nördliche Bahnhofsseite
des Bahnhofs Isenbüttel-Gifhorn eingeführt werden, womit sich eine direkte Durchfahrmöglichkeit in Richtung
Uelzen ergab, die überdies eine schienegleiche Kreuzung der betrieblich hoch belasteten Strecke Berlin - Lehrte
vermied. Diese neue Linienführung sollte nördlich der Ortschaft Ausbüttel den alten Streckenverlauf
verlassen und in einem weiten Bogen, nahe dem Dorf Isenbüttel entlang, daß in diesem Zusammenhang auch
einen eigenen Haltepunkt erhielt, in den Bahnhof Isenbüttel-Gifhorn eingeführt werden. Dieser neue Streckenverlauf
wurde im Jahr 1913 dem Betrieb übergeben.
Schon nach dem Ersten Weltkrieges und auch in den Jahrzehnten danach wurde immer wieder der Ruf nach einer
Hauptbahn von Braunschweig in Richtung Norden laut. Aufgrund zahlreicher, unterschiedlicher Bedenken wurde diese
jedoch nie realisiert. In einem Gutachten von 1948, daß von Prof. Dr.-Ing. Jänecke der TH Hannover erstellt wurde,
wird allerdings neben anderen Alternativen ein hauptbahnmäßiger Ausbau der vorhanden Strecke mit einem Umbau
des Bahnhofs Isenbüttel-Gifhorn in einen Turmbahnhof (analog dem Bahnhof Plockhorst) vorgeschlagen. Jedoch
konnten auch diese Pläne nicht in die Tat umgesetzt werden.
Eine weitere Linienänderung ergab sich durch die Inbetriebnahme des neuen Braunschweiger Hauptbahnhofes
im Jahre 1960. Dieser neue Durchgangsbahnhof am Berliner Platz löste den alten Kopfbahnhof an der Bruchtor
Straße ab. Durch diese Verschiebung des Bahnhofes änderte sich die Kilometrierung der Strecken nach Osten und
nach Norden. Dieses findet seinen Niederschlag im Vergleich der beiden Kursbuchtabellen von
.
Während die Strecke 1940 noch eine Länge von 100,9 Kilometern aufweist, ist sie in der Kurbuchtabelle von 1975
hingegen nur noch 99 Kilometer lang. Um nun aber nicht die gesamte Kilometrierung aller Strecken deren Kilometrierung
in Braunschweig beginnt ändern zu müssen, hat man einfach beim neuen Kilometer 1,7 einen Kilometrierungssprung
eingefügt, so daß ab hier die Kilometrierung beginnend mit dem Kilometer 5,1 weiterläuft.
Die zunächst letzte Linienänderung ergab sich 1975 durch den Bau des Elbeseitenkanals. Dieser wurde von der
Strecke Gifhorn - Uelzen zweimal gekreuzt. Dazu wurde zwischen den beiden Orten Schönewörde und Vorhop eine
Brücke über den Elbeseitenkanal gebaut, während zwischen Wieren und Stederdorf eine Unterführung gebaut wurde.
Die meisten Änderungen weist der Bahnhof Isenbüttel-Gifhorn auf. Er hieß zunächst, ab der Eröffnung dieser Betriebsstelle
am 01.11.1871, Bahnhof Gifhorn. Doch bereits ab dem 01.11.1889 wurde er in Bahnhof Gifhorn-Isenbüttel umbenannt, da es
sonst Verwechsellungen mit dem Bahnhof Gifhorn Stadt, an der Strecke nach Triangel, hätte geben können. Jedoch auch
dieser Name währte nicht lange, da es trotzdem immer wieder zu Verwechsellungen kam. Deshalb erfolgte bereits ab dem
01.07.1892 die erneute Umbenennung in Bahnhof Isenbüttel. Am 01.09.1913 kam die nächste Umbenennung, von nun an
hieß der Bahnhof Isenbüttel-Gifhorn. Diese Umbenennung war notwendig geworden, da es durch die Änderung der
Linienführung von Braunschweig und die Eröffnung des Haltepunktes Isenbüttel-Dorf sonst
wieder einmal leicht hätte zu
Verwechselungen kommen können. Seit Mai 1988 heißt der Bahnhof nun wieder Gifhorn, so wie er schon zu seiner Eröffnung
hieß.
Die Strecke führt überwiegend durch eine sehr ländlich geprägte, überwiegend leicht hügelige Landschaft.
Besonders markante Geländeformationen sind entlang der Strecke nicht zu finden.
Im nördlichen Teil der Strecke, auf dem Abschnitt zwischen Uelzen und Gifhorn beherrscht zunächst eine
Heidelandschaft die Szenerie. Ab Wahrenholz bis nach Gifhorn ändert sich dieses jedoch. Hier führt die
Strecke durch eine weitläufige Moor- und Torflandschaft, in der es früher auch mehrere Torfbahnen gab.
An herausragenden Kunstbauten ist die Strecke recht arm, da sie in dem flachen Terrain überwiegend
ebenerdig und unter Ausnutzung natürlicher Einschnitte trassiert wurde. Das größte Brückenbauwerk stellt
die Brücke über den Mittellandkanal bei Wenden-Bechtsbüttel dar. Des weiteren existiert auch noch die
Brücke über die Strecke Berlin - Lehrte, die zwar im Zuge des Streckenausbaus dieser Strecke etwas
angehoben werden mußte, um die Oberleitung besser führen zu können, ansonsten sich aber noch im
Ursprungszustand präsentiert.
Der ehemalige Bahnhof
Stederdorf ist vor langer Zeit schon zum Haltepunkt zurück-gebaut worden, nach
dem Streckenumbau für die Verbindung Uelzen - Salzwedel prä-sentiert er sich in einem völlig neuen Gewand.
Der Bahnhof
Bodenteich besteht nach wie vor, abgese-hen vom Wegfall einiger kurzer Nebengleise,
noch in seiner ursprünglichen Ausführung. Hier sind Zugkreu-zungen möglich.
Er verfügt über ein mechanisches Stellwerk mit Form-Ein- und Ausfahrsignalen.
Der ehemalige Haltepunkt
Langenbrügge ist seit langer Zeit schon zur freien Strecke zurückgebaut worden.
Der Bahnhof
Wittingen wurde leider auch vom Rückbau nicht verschont. Es wurden einige Gleise entfernt
sowie mehrere Weichen ausgebaut. In diesem Zusammenhang wurde das, am südlichen Bahnhofskopf
befindliche Wärterstellwerk geschlossen und abgerissen.
Nichtsdestotrotz sind hier aber Zugkreuzungen und Wagenladungsverkehr noch möglich.
Des weiteren
besteht ein Anschlußgleis zum Bahnhof Wittingen-West (östlich des DB-Bahnhofes) der Osthannoverschen
Eisenbahn AG.
Bei dem noch vorhandenen Fahrdienstleiterstellwerkes handelt es sich um ein mechanisches Stellwerk.
Von hier aus werden die Formeinfahrsignale und Formausfahrsignale gestellt. Zu den Einfahrsignalen sind Vorsignale
vorhanden. Wegen schlechter Sicht auf das südliche Einfahrsignal existiert kurz vor diesem noch ein
Vorsignalwiederholer (Lichtsignal).
Der ehemalige Bahnhof
Knesebeck wurde zu einer unbesetzten Ausweichanschlußstelle mit
ange-schlossenem Haltepunkt zurückgebaut, weshalb hier Kreuzungen nicht mehr möglich sind.
Wegen der, mittels Weichenschloß gesicherten An-schlußweiche, besteht im südlichen Bereich des
ehemaligen Bahnhofs eine Streckenhöchstgeschwin-digkeit von 40km/h.
Der ehemalige Bahnhof
Neudorf-Platendorf wurde bereits anfang der achziger Jahre zu einem
Haltepunkt zu-rückgebaut.
Der Bahnhof
Uelzen wurde im Zuge des Wiederaufbaus der Strecke Uelzen - Salzwedel
umgebaut. Zeitgleich erfolgte eine Umgestaltung des Empfangsgebäudes durch den mittlerweile
verstorbenen Architekten Hundertwasser. Es präsentiert sich daher heute als eine Mischung aus
dem Wunschschloß von Alice im Wunderland und dem Hauptbahnhof von Lummerland.
Der Bahnhof selbst verfügt über ein Spurplanstellwerk mit Lichtsignalen.
Die Strecke in Richtung Braunschweig ist auf dem Abschnitt bis Wieren, wo sie einst zweigleisig
war und Mitte der achtziger Jahre auf eingleisigen Betrieb zurückgebaut wurde, heute
immer noch
eingleisig jedoch bis Wieren elektrifiziert.
Auch der Bahnhof
Wieren ist mit dem Wiederaufbau der Strecke nach Salz-wedel einem Komplettumbau zum
Opfer gefallen.
Er wird über das elektronische Stell-werk in Salzwedel ferngesteuert.
Der ehemalige Bahnhof
Stöcken ist heute zu einer Ausweichan-schlußstelle zurückge-baut, nur das Bahn-hofsgebäude erinnert
noch daran, daß hier einst Züge hielten.
Bei
Vorhop und
Schöne-wörde handelt es sich um einfache Haltepunkte, die betrieblich unbesetzt sind.
Der Bahnhof
Wahrenholz besteht noch in seiner ursprünglichen Form. Hier sind Zugkreuzungen
sowie Wagenladungsver-kehr möglich.
Er verfügt über ein mechanisches Stell-werk mit Einfahr- und Ausfahrsignalen. Vorsignale sind nicht vorhanden.
Der ehemalige Bahnhof
Triangel wurde, wie Knese-beck, ebenfalls zu einer Ausweichanschlußstelle
mit angeschlossenem Haltepunkt zurückgebaut, sodaß auch hier Zugkreuzungen nicht mehr stattfinden kön-nen.
Hier besteht wegen der, mittels Weichenschloß ge-sicherten Anschlußweiche, im nördlichen Bereich des
ehemaligen Bahnhofs eine Streckenhöchstgeschwin-digkeit von 40km/h.
Der Bahnhof
Gifhorn-Stadt wurde ebenfalls zurückgebaut. Er verlor sein zweites Überholungsgleis sowie
sämtliche Ladegleise. Zugkreu-zungen sind hier jedoch noch möglich.
Er verfügt über ein mechanisches Stellwerk mit Form-Einfahr- und Ausfahrsignalen sowie Einfahrvorsignalen.
Das Gleis der ehemalige Strecke nach Celle, das bis hinter dem Bahnübergang über die Bundesstraße 188 als
zweites Gleis westlich der Strecke nach Uelzen verlief, ist seit anfang der achziger Jahre ab-gebaut.
Der ehemalige Bahnhof
Isenbüttel-Gifhorn heißt heute nur noch
Gif-horn. Er ist an das elektronische
Stellwerk in Fallersleben ange-schlossen und betrieblich unbesetzt.
Zugkreuzungen sind hier nicht mehr möglich, da die Strecke von Uel-zen nur im westlichen Bahnhofskopf durch eine
Weiche mit der Strek-ke in Richtung Fallersleben verbunden ist.
Der ehemalige Bahnhof
Rötgesbüttel ist heute nur noch ein betrieb-lich unbesetzter Haltepunkt.
Der ehemalige Bahnhof
Meine wurde zunächst zu einer betrieblich besetzten Blockstelle zurückgebaut.
Das Überholgleis ist zwar noch vorhanden, jedoch die Ausfahrsignale sowie die Weichen wurden
entfernt. Die betriebliche Besetzung blieb jedoch weiter zur Bedienung der Signale sowie zweier fernüberwachter
Bahnübergänge, einem mechanischen sowie einem elektrischen, notwendig.
Als Blocksignale dienten Formsignale am jeweiligen Standort der ehemaligen Ein-fahrsignale,
zu denen sogar
noch Vorsignale vorhanden waren.
Im Spätherbst 2007 wurde dann jedoch die Blockstelle auch noch aufgehoben und
die Bahnübergänge in vom Lokführer überwachte Anlagen umgebaut wurden.
Der Bahnhof
Wenden-Bechtsbüttel ist zwar als solcher noch vorhanden, Zug-kreuzungen sind aber auch hier nicht
möglich, da das Überholgleis ausgebaut wurde und somit nur noch ein Nebengleis existiert, über das ein Ladeanschluß
erreicht wird. Dieses Nebengleis wäre zwar prinzipiell dazu geeignet hier Zugkreu-zungen durchzuführen, praktisch mangelt
es jedoch daran, daß die Weichen zu diesem Gleis zwar vom Stellwerk geriegelt, jedoch ortsbedient sind.
Der Bahnhof ist betrieblich besetzt und verfügt über ein mechanisches Stellwerk. Es sind Einfahr- und Ausfahrsignale,
sowie die zugehörigen Vorsignale vorhanden. Es wird eine mechanische Schranke bedient.
Der ehemalige Bahnhof
Querum ist seit langer Zeit schon zu einer Ausweichan-schlußstelle zurückgebaut.
Personenverkehr findet hier seit dieser Zeit nicht mehr statt.
Der Bahnhof
Braunschweig-Gließmarode wurde, wie alle anderen Bahnhöfe der ehemaligen Braunschweigi-schen
Landeseisenbahn über die Jahrzehnte stark zu-rückgebaut.
Er verfügt heute quasi nur noch über zwei Gleise, Zugkreuzungen sind also noch möglich.
Durch das mechanische Stellwerk werden die Weichen und die Form-Einfahr- und Ausfahrsignale gestellt. Das nördliche
Einfahrsignal sowie die Ausfahrsignale verfügen über Vorsignale. Das Einfahrvorsignal des südlichen Ein-fahrsignals ist
als Lichtsignal am Mast der Blocksignale (Lichtsignale) der
Abzweigstelle Lünischteich ausgeführt.
Abbildung 2: Streckenverlauf der Kursbuchstrecke 115
(für Streckenfotos in die Karte Klicken)
3. Betriebsabwicklung
3.1 Allgemeines
Die Strecke ist, da sie als Nebenbahn konzipiert wurde, natürlich nur mit den nötigsten betrieblichen Einrichtungen
aus-gestattet. So verfügten ursprünglich nur die Bahnhöfe über durch Schranken gesicherte Bahnübergänge, die
übrigen Wegeübergänge waren nicht technisch gesichert.
Auf dem südlichen Abschnitt der Strecke, zwischen Braunschweig-Gliesmarode und Isenbüttel-Gifhorn, bestand von
Anfang an ein Wechselstrom-Felderblock der Bauform C zur Sicherung der freien Strecken zwischen den
Zugfolgestellen.
Der nördliche Abschnitt hingegen, zwischen Isenbüttel-Gifhorn und Wieren war ohne Blockeinrichtungen gebaut
worden. Die Streckensicherung erfolgte durch das Zugmeldeverfahren. Hier wurde 1978 ein Trägerfrequenzblock
der Bauform Siemens TF 71 eingerichtet, der die Streckensicherung im Zusammenspiel mit elektrischen Tasten- und
Hebelsperren in den mechanischen Stellwerken übernimmt.
Die gesamte Strecke verfügt auch heute noch über Freileitung, wobei jedoch zwischen Wenden-Bechtsbüttel und
Isenbüttel-Gifhorn die einzelnen Telegrafendrähte gegen ein Luftkabel ausgetauscht wurden.
Über Zugbahnfunk verfügt die Strecke, wie nicht anders zu erwarten war, nicht.
3.2 Personenverkehr
Wenn man die einzelnen Fahrpläne betrachtet, kann man gut feststellen, wie sich die Bedeutung der Strecke über die
Jahrzehnte verändert hat. Von Anfang an hatte die Strecke im Personenverkehr lediglich lokale Bedeutung. Dieses
spiegelt sich auch noch im Kursbuchauszug von 1940 wieder. Es gab außer einem Zugpaar, daß bis Oebisfelde
durchgebunden war, was schließlich auch nur eine regionale Verbindung darstellte, keine Fernzüge die über die Strecke
fuhren. Ganz im Gegensatz befuhren die meisten Züge nicht einmal die gesamte Strecke. Um von Braunschweig nach
Uelzen oder umgekehrt zu gelangen, mußte in aller Regel in Isenbüttel-Gifhorn umgestiegen werden.

Abbildung 3: Fahrplan gültig ab dem Jahr 1940 bis auf Weiteres
Dieser Umstand änderte sich jedoch in der Nachkriegszeit. Mit der allgemeinen Verlagerung der Verkehrsströme im
Westen Deutschlands in Nord-Süd-Richtung, wurden über die Strecke plötzlich Eilzug-Fernverbindungen eingeführt.
Diese sogenannten "Heckeneilzüge", die damals von Hamburg bzw. sogar von Flensburg aus bis nach Kreiensen durchliefen,
stellten eine Erweiterung und Entlastung des Zugangebotes auf der Nord-Süd-Strecke über Hannover, zwischen Hamburg
und Göttingen dar.
Neben diesen Fernverbindungen finden sich auch wieder die altbekannten, regional durchgebundenen Züge nach Wolfsburg
und Vorsfelde.
Insgesamt ist die Ausrichtung der Strecke nun schon deutlich mehr auf ihre überregionale Bedeutung hin zu erkennen, was sich
auch zum Einen in der deutlich höheren Anzahl an durchgehenden Zugverbindungen und zum Anderen in dem Vorhandensein
von Eilzügen, die nur noch in den größeren Bahnhöfen hielten,
widerspiegelt.
Bei den zu dieser Zeit eingesetzten Fahrzeugen handelte es sich überwiegend um Fahrzeuge, die im Bahnbetriebswerk (Bw)
Braunschweig beheimatet waren. Die lokbespannten Züge wurden mit Loks der Baureihe 216 gefahren, da die Baureihe 218
aufgrund ihrer elektrischen Zugheizung und der damit verbundenen Beeinflussung der elektrischen Gleiskreise für die
Gleisfreimeldung nicht geeignet waren. Ferner wurden über die Jahre Triebwagen der Baureihen 515, 612, 613, 614, 624, 627.0,
628.0, 628.2, 634 und 798 eingesetzt. Die Fern-Eilzüge wurden allerdings lange mit Lokomotiven der Baureihe 220 des Bw Lübeck
gefahren.
Abbildung 4: Sommerfahrplan 1975
Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre fand bei den meisten europäischen Bahngesellschaften ein gewaltiger Bruch in der
Fahrplangestaltung statt. Mit der Einführung des Taktverkehrs für alle Verkehrsarten, erfolgte eine Abkehr vom alten, nachfrageorientierten
Zugangebot, mit seinen über Jahrzehnte gewachsenen, meistens ins gleicher Zeitlage verkehrenden Zugverbindungen (Siehe dazu
die Fahrpläne von
1940 und
1975),
hin zu einem angebotsorientierten Fahr-plan, der den Fahrgästen nun Linienverbindungen in regelmäßigen Zeitabständen offeriert, die
höchstens zu den Stoßzeiten um zusätzliche Züge erweitert werden.
Diese Taktfahrpläne waren an sich nichts neues, innerstädtischer Nahverkehr wurde schon seit Jahrzehnten in dieser Form abgewickelt,
ebenso wie der IC-Verkehr, der seit seiner Aufnahme 1972 immer ein Taktverkehr war. Jedoch die Ausweitung auf alle Züge im Netz
stellte ein absolutes Novum dar.
Diese starren Fahrpläne führten allerdings auch dazu, daß auf den meisten Strecken die Eilzugläufe, die nur zu gewissen Zeiten am Tag
in den Fahrplan eingearbeitet waren entfielen. Außerdem entfielen auch die von früher her bekannten Zuglangläufe, da auch diese nun
nur noch sehr schwer hätten ins Fahrplangefüge integriert werden können.
Statt dessen wurden kurze Linien eingerichtet, die die Knotenbahnhöfe untereinander verbinden. In diesen Knotenbahnhöfen muß nun
immer umgestiegen werden, wenn man seine Fahrt darüber hinaus fortsetzen will.
Das Ergebnis dieser Umstrukturierung für diese Strecke ist anhand des Jahresfahrplans 2000 dokumentiert.

Abbildung 5: Jahresfahrplan des Jahres 2000
Anhand der obigen Kursbuch-Auszüge, die in den Abbildungen 3 bis 5 wiedergegeben sind, kann man außerdem erkennen, wie
sich die Kursbuchnummerierung über die Jahre geändert hat.
3.3 Güterverkehr
Der Güterverkehr auf der gesamten Strecke hat nie an überregionaler Bedeutung erlangen können. Im Wesentlichen
beschränkte er sich auf Nahgüterzüge und Übergabefahrten dir der Bedienung der Unterwegsbahnhöfe dienten.
Dieses wurde noch um so ausgeprägter, als mit dem allgemeinen Niedergang der Schienengüterverkehrsleistungen
ab den 60er Jahren des letzen Jahrhunderts natürlich auch auf dieser Strecke Beförderungsleistungen nicht mehr in so
großem Maße nachgefragt wurden wie früher.
In den 80er Jahren gestaltete sich die Bedienung so, daß jeweils ausgehend von den Bahnhöfen Uelzen, Isenbüttel-Gifhorn und Braunschweig Rbf die angrenzenden Streckenabschnitte bedient wurden.
Heute ist das Verkehrsaufkommen im Güterverkehr noch weiter rückläufig. Insbesondere der Rübenverkehr wurde
bereits vor Jahren auf Betreiben der DB gänzlich eingestellt. Auch der übrige Güterverkehr wird, zumindest auf dem
Streckenabschnitt Uelzen - Wahrenholz, heute nicht mehr durch die DB betrieben. Hier fährt heute vielmehr die
Osthannoversche Eisenbahn AG (OHE) mit eigenen Loks und eigenem Personal die Wagen ab. Diese werden jetzt
aber vorzugsweise nicht mehr über die DB-Strecke nach Uelzen transportiert, sondern vielmehr über die OHE eigene
Strecke nach Celle abgefahren.
3.3.1 Der Streckenteil Uelzen - Wahrenholz
Von Uelzen aus verkehrte dazu eine Übergabe, die ihre Wagen bei Bedarf bis nach Wahrenholz verteilte, wobei an
manchen Tagen, wenn auf der, durch die Zonengrenze bei Nienbergen unterbrochene Strecke Uelzen - Salzwedel,
Wagen abzufahren waren, diese Strecke von Wieren aus auch noch mit bedient wurde. Diese Übergabe wurde in
der Regel mit Braunschweiger Lokomotiven der Baureihe 212 gefahren.
Während auf den meisten Bahnhöfen das gesamte Jahr über nur sporadisch einzelne Wagensendungen mit
Düngemitteln oder Saatgut abzufertigen waren, so gestaltete sich die Situation in den Bahnhöfen Wittingen, Knesebeck
und Wahrenholz deutlich anders. In Wittingen schließt nämlich die Osthannoversche Eisenbahn AG (OHE) mit
ihren beiden Strecken von Celle und Rühen (vor dem Zweiten Weltkrieg bis Oebisfelde) an. Der unmittelbar östlich des
Wittinger Staatsbahnhofes gelegene Bahnhof Wittingen-West der OHE verfügt deshalb über ein Anschlußgleis zur
Staatsbahn. Hier findet ein reger Wagenumschlag statt. Neben vereinzelten Wagenladungen wurden hier vor allem
ein bis zweimal in der Woche Kesselwagen-Ganzzüge nach Hamburg von der OHE an die DB übergeben. Diese
Ganzzüge waren mit Öl beladen, daß in der Umgegend gewonnen wurde und im benachbarten Hankensbüttel an
einer Ölverladestelle, die von der Celler Bahn abzweigte, verladen wurde. Die OHE transportierte diese Züge dann
nach Wittingen, wo sie von der DB übernommen und abtransportiert wurden. Dafür kam nachmittags
noch mal eine
Lok der Baureihe 212 nach Wittingen, die den Zug dann am späten Nachmittag oder frühen Abend nach Uelzen abfuhr.
Auch in Knesebeck herrschte ein höheres Transportaufkommen, da dort ein Edelstahl-Röhrenwerk über einen
Gleisanschluß verfügt, so daß häufiger mehrere Wagenladungen mit Edelstahl im Empfang und Versand zu behandeln
sind.
Nicht zuletzt auch Wahrenholz hatte, bedingt durch gelegentliche Militärverladungen häufiger ein erhöhtes
Transportaufkommen zu verzeichnen.
Dieses Bild eines beschaulichen Güterverkehrs änderte sich im Herbst, zur Erntezeit, jedoch nachhaltig. Sowohl in
den Bahnhöfen Wittingen und Stöcken als auch an der Strecke von Wieren nach Nienbergen wurden zu dieser Zeit
große Mengen von Kartoffeln und Zuckerrüben verladen. Hinzu kamen noch Wagen mit Zuckerrüben, die von der
OHE von den Strecken nach Celle und Rühen dem Bahnhof Wittingen zugeführt und an die DB übergeben wurden.
Aus diesen Wagen, die in Wittingen gesammelt wurden, wurden dann zwei Ganzzüge, je einer nach Uelzen und
nach Fallersleben gebildet.
Um diesem großen Güteraufkommen Herr zu werden, wurden meistens zwei Lokomotiven der Baureihe 212 oder 211
von Uelzen aus auf die Strecke geschickt. Während die eine die Wagen auf der Strecke nach Nienbergen sammelte
und auch die Wagen von Stöcken mit nach Wittingen abfuhr, bereitete die zweite Lok, die direkt nach Wittingen gefahren
war schon die Übernahme der OHE-Güterwagen vor. Wenn nun an diesem Tag kein Ölzug zu fahren war konnte die
zweite Lok nun meistens schon nach Uelzen zurückkehren, während die andere Lok sich daran machte, die ganzen
Güterwagen nach ihrem Bestimmungsort auf zwei Züge zu verteilen.
Am späten Nachmittag kam dann noch eine Lok der Baureihe 216 von Fallersleben nach Wittingen, die die Rübenwagen
für die Zuckerfabrik in Fallersleben abtransportieren sollte. Oft dauerte dann das Rangiergeschäft bis weit nach 20.00
Uhr, bevor die einzelnen Züge abfahren konnten.
3.3.2 Der Streckenteil Neudorf-Platendorf - Isenbüttel-Gifhorn - Rötgesbüttel
Dieser Streckenabschnitt hatte ein wesentlich geringeres Güteraufkommen zu verzeichnen als die Strecke von Uelzen
nach Wahrenholz. An größeren Industriebetrieben waren hier nur die Spanplattenwerke mit ihrem Privatanschlußgleis in
Triangel und die Firma Alfred Teves in Gifhorn, die über eine Ausweichanschlußstelle erreicht wurde, zu nennen. Die
Bedienung erfolgte daher auch nur durch eine Köf 3, die von Fallersleben kommend die Rangiergeschäfte in Isenbüttel-
Gifhorn zu erledigen hatte und dann, bei Bedarf, auch die Strecken Richtung Neudorf-Platendorf und Rötgesbüttel mit
bediente.
Manchmal kam es sogar vor, daß sich die beiden Übergaben, die von Fallersleben und die von Uelzen in Triangel trafen,
um Wagen auszutauschen.
3.3.3 Der Streckenteil Meine - Braunschweig Rbf
Dieser Streckenteil wurde von Rangierloks des Braunschweiger Rangierbahnhofes bedient. Bis Braunschweig-Gliesmarode
erfolgten viele Fahrten, die dann allerdings teilweise auf die Strecke nach Fallersleben abzweigten oder die ehemalige
Braunschweigische Ringbahn oder den Braunschweiger Hafen bedienten. Die eigentliche Strecke in Richtung Meine hatte,
außer gelegentlichen Wagen für eine Propangasverladeanlage in Wenden-Bechtsbüttel sowie landwirtschaftliche Güter,
außerhalb der Erntesaison nur sehr geringes Wagenaufkommen.
Selbst zur Rübenkampagne waren aber nicht so große Wagenmengen zur Zuckerfabrik nach Meine zu transportieren, wie
dieses in Wittingen der Fall war.
4. Triebfahrzeugeinsatz
Die auf der Strecke eingesetzten Triebfahrzeuge sind überwiegend im Bahnbetriebswerk Braunschweig beheimatet. Die Triebfahrzeugvielfalt
war dabei, für eine Strecke von untergeordneter Bedeutung wie dieser, immer erstaunlich groß.
Dieses mag zum Teil mit daran liegen, daß über diese Strecke der Triebfahrzeugtausch der Strecke Uelzen - Soltau mit
dem Heimatbahnbetriebswerk abgewickelt wird, zum Anderen aber auch daran, daß wegen des überaus starken Schüler-
und Berufsverkehrs auf Teilstrecken zusätzliche Züge, außerhalb des Zweistundentaktes verkehren. Deshalb kamen hier
über den Tag verteilt immer wieder andere Triebfahrzeuge zum Einsatz.
Die Grundlast der Strecke wurde ab dem Ende der 90er Jahre mit Triebwagen der Baureihen 628.2 und 628.5 bewältigt.
Darüber hinaus kamen
Triebwagen der Baureihe 634 zum Einsatz, in deren Plan sich auch des öfteren Triebwagen der Baureihen 614 und 624
verirrten. Des weiteren wurden einige Züge als lokbespannte Wagenzüge gefahren,
für die Lokomotiven der Baureihe 218 als Triebfahrzeuge dienten.
Als erstes verschwanden die Triebwagen der Baureihe 624, gefolgt, ungefähr ab
dem Jahr 2003 oder 2004, von den Loks der Baureihe 218, womit auch der Einsatz
lokbespannter Wagenzüge auf der Strecke beendet war und nun nur noch die bereits
erwähnten Triebwagenläufe verblieben. Als nächstes verschwanden die Triebwagen
der Baureihe 628.2 im Laufe des Jahres 2007. Seit dem Fahrplanwechsel 2008/2009
sind nun auch die Einsätze der Baureihe 614 mit der Abstellung der letzten
Triebwagen beim Bw Braunschweig Geschichte und es verkehren jetzt nur noch die
Triebwagen der Baureihe 628 teils einzeln, teils als Doppeleinheiten.
Fahrtrichtung: Uelzen - Braunschweig Hbf
| Zugnummer |
34471 |
34473 |
34475 |
34477 |
34479 |
34481 |
34483 |
| Verkehrstage |
Mo-Fr |
Mo-Fr |
Mo-Fr |
Sa |
tgl |
Mo-Sa |
Mo-Fr |
Mo-Fr |
Sa, So |
| von |
Wittingen |
Wittingen |
Uelzen |
Wittingen |
Uelzen |
Uelzen |
Uelzen |
Wittingen |
Uelzen |
| ab |
05:13 |
06:36 |
06:40 |
07:36 |
09:03 |
11:03 |
12:05 |
13:36 |
13:03 |
| nach |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
| an |
06:28 |
07:54 |
08:54 |
08:54 |
10:54 |
12:54 |
14:16 |
14:54 |
14:54 |
| Fahrzeug |
628 |
628 |
- |
- |
- Sa: 634 |
- Sa: 628 |
634 |
628 |
So: 218 |
| Zugnummer |
34485 |
34487 |
34489 |
34491 |
34493 |
34495 |
34497 |
34499 |
34501 |
| Verkehrstage |
Mo-Fr |
Mo-Sa |
Mo-Fr |
tgl |
Mo-Fr |
tgl |
Mo-Fr |
So |
So |
| von |
Uelzen |
Uelzen |
Gifhorn-Stadt |
Uelzen |
Gifhorn-Stadt |
Uelzen |
Uelzen |
Uelzen |
Uelzen |
| ab |
13:48 |
15:03 |
16:31 |
17:03 |
18:48 |
19:03 |
20:03 |
21:03 |
23:03 |
| nach |
Wittingen |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Wittingen |
Braunschweig Hbf |
Wittingen |
| an |
14:20 |
16:54 |
17:14 |
18:54 |
19:24 |
20:54 |
20:35 |
22:54 |
23:35 |
| Fahrzeug |
218 |
628 |
628 |
Mo-Fr: 218 - |
- |
- |
- |
- |
628 |
Fahrtrichtung: Braunschweig Hbf - Uelzen
| Zugnummer |
34472 |
34474 |
34476 |
34478 |
34480 |
34482 |
34484 |
34486 |
| Verkehrstage |
Mo-Fr |
Mo-Fr |
Mo-Fr |
Sa |
tgl |
Mo-Fr |
Sa |
Mo-Fr |
Sa, So |
| von |
Braunschweig Hbf |
Gifhorn |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Wittingen |
Braunschweig Hbf |
| ab |
05:11 |
06:34 |
06:38 |
07:03 |
09:03 |
11:03 |
11:03 |
13:13 |
13:03 |
| nach |
Uelzen |
Uelzen |
Uelzen |
Uelzen |
Uelzen |
Wittingen |
Uelzen |
Uelzen |
Uelzen |
| an |
07:11 |
07:52 |
08:50 |
08:50 |
10:50 |
12:16 |
12:50 |
13:48 |
14:50 |
| Fahrzeug |
218 |
628 |
628 |
- |
- |
628 |
- |
218 |
- |
| Zugnummer |
34488 |
34490 |
34492 |
34494 |
34496 |
34498 |
34500 |
34502 |
34504 |
| Verkehrstage |
Mo-Fr |
Mo-Fr |
Mo-Sa |
Mo-Fr |
tgl |
Mo-Fr |
So |
Mo-Fr |
So |
| von |
Braunschweig Hbf |
Wittingen |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
Braunschweig Hbf |
| ab |
13:03 |
15:37 |
15:03 |
15:33 |
17:03 |
17:33 |
19:03 |
19:38 |
21:03 |
| nach |
Uelzen |
Uelzen |
Uelzen |
Gifhorn-Stadt |
Uelzen |
Gifhorn-Stadt |
Uelzen |
Wittingen |
Uelzen |
| an |
14:52 |
16:09 |
16:50 |
16:08 |
18:50 |
18:08 |
20:50 |
20:55 |
22:50 |
| Fahrzeug |
634 |
- |
634 |
628 |
628 |
- |
- |
628 |
- |
Tabelle 1: Triebfahrzeugeinsatz im Jahr 2002
5. Zukunft
Die Zukunft der Strecke sieht momentan sehr zwiespältig aus. Zum einen schwebt schon seit Jahrzehnten das
Damoklesschwert der Stillegung über dieser Strecke, auf der anderen Seite soll aber der Streckenabschnitt
Braunschweig - Gifhorn auf gemischten Stadtbahnbetrieb erweitert werden. Was das allerdings für die
Gesamtstrecke bedeutet ist momentan schwer abzusehen.

Abbildung 6: Stadtbahnlinienführung der KBS 115 im Stadtgebiet Braunschweigs
Die Braunschweiger Verkehrsbetriebe AG (BVG) haben in den letzten Jahren bereits mehrere
Neubaustreckenabschnitte im Braunschweiger Stadtgebiet dreigleisig ausgeführt, was notwendig ist, da die
Spurweite der Straßenbahn der BVG das ungewöhnliche Maß von 1100mm aufweist.
Die Übersichtskarte in Abbildung 6 zeigt den künftigen Streckenverlauf der KBS 115 als Stadtbahn im Braunschweiger
Stadtgebiet. Der lilafarbene Streckenabschnitt zeigt die Ausbaustrecke der Straßenbahn, während der blaue
Streckenabschnitt einen Teil der ehemaligen Braunschweigischen Ringbahn zeigt, der in die Stadtbahntrasse
mit einbezogen werden soll.
Der alte Streckenabschnitt ab dem nördlichen Bahnhofsende des Bahnhofs Braunschweig-Gliesmarode bis zum
Braunschweiger Hauptbahnhof wird im Zusammenhang mit der Umstellung auf Stadtbahnbetrieb vermutlich seinen
letzten Personenverkehr verlieren. Damit wird dieser Streckenabschnitt dann nur noch von Güterzügen und Übergabefahrten
benutzt werden. In diesem Zusammenhang ist dann auch ein Rückbau des Bahnhofes Braunschweig-Gliesmarode zu
erwarten.
Für die Reisenden auf dieser Strecke, die sich in mehrere Gruppen aufteilen ergeben sich dadurch unterschiedliche
Konsequenzen:
- Berufsverkehrs-Pendler zwischen Braunschweig und Gifhorn sowie den Unterwegsstationen:
Für diese Gruppe wird sich die neue Linienführung als vorteilhaft erweisen, da die Anbindung der Innenstadt dann
wesentlich besser und vor allem ohne Umsteigen erfolgen wird. Außerdem soll durch den Stadtbahnbetrieb auch
die Häufigkeit der Fahrten ansteigen, was besonders den Pendlern, im Gegensatz zum
heutigen Zweistundentakt,
zugute kommen wird.
- Berufsverkehrs-Pendler und Schüler zwischen Wittingen und Gifhorn sowie den Unterwegsstationen:
Wenn der Streckenabschnitt zwischen Wieren und Gifhorn nicht gänzlich eingestellt oder stark eingeschränkt wird,
wird sich für diese Gruppe vermutlich wenig gegenüber der heutigen Situation ändern.
- Berufsverkehrs-Pendler und Schüler zwischen Wittingen und Braunschweig sowie den Unterwegsstationen
sowie Durchreisende zur Weiterfahrt in Richtung Hamburg und Bremen:
Auch hier wird es vom Fortbestand des nördlichen Streckenteils abhängen, wie sich die weitere Zukunft genau gestalten
wird. Auf alle Fälle ist aber damit zu rechnen, daß der heute noch durchgängige Verkehr Braunschweig - Uelzen in
Gifhorn gebrochen werden wird, so daß bei Fahrten in dieser Relation generell ein Umsteigen notwendig werden wird.
Als Voraussetzung für den Stadtbahnbetrieb wird die alte Strecke ab der Einfädelung der Stadtbahntrasse im Norden des
Bahnhofs Braunschweig-Gliesmarode bis nach Gifhorn ausgebaut werden müssen, da die Streckenhöchstgeschwindigkeit für einen
kürzeren Takt erhöht werden muß, weshalb die nochvorhandenen, unbeschrankten Bahnübergänge zu beseitigen sein werden.
Die bestehenden, teils noch handbedienten Schranken wird man auf Automatikbetrieb umbauen müssen. Außerdem wird
man nicht umhin kommen, auf der Strecke wieder Kreuzungsmöglichkeiten einzurichten, damit die Taktzeiten, vor allem zu
den Hauptverkehrszeiten, nicht zu lang werden.
Im Vorgriff auf die neue Aufgabenverteilung der Nahverkehrsleistungen in Niedersachsen, soll die Osthannoversche Eisenbahn AG ausgehend von
Uelzen ab Dezember 2003 den Schienenpersonennahverkehr auf mehreren Strecken übernehmen. In diesem Zusammenhang ist auch die Strecke
Braunschweig - Uelzen im Gespräch.

Abbildung 7: Neubau des OHE Bahnbetriebswerkes Uelzen
Deshalb hat die OHE bereits damit begonnen, ein neues Bahnbetriebswerk im Norden Uelzens zu errichten in dem die dafür benötigten Fahrzeuge gewartet werden können. Dieses ist nicht zuletzt dadurch notwendig geworden, da das alte Bahnbetriebswerk Uelzen, das sich westlich des
Hauptbahnhofes befand, sein einigen Jahren in ein Büro- und Einkaufszentrum umgewandelt wurde.
6. Fotogalerie
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Lok der Baureihe 051 mit Güterzug in Braunschweig am Abzw Lünischteich
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Triebwagen der Baureihe 628.0 auf Meßfahrt im Bf. Isenbüttel-Gifhorn
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Eilzug mit Lok der Baureihe 216 im Bf. Wittingen
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Triebzug der Baureihe 815/515 im Bf. Wittingen
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Lok der Baureihe 218 mit Personenzug in Gifhorn
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Triebwagen der Baureihe 634 bei Stöcken
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Eine Lok der Baureihe 44 mit Güterzug durchfährt den Braunschweiger Hbf
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Quellen:
- Dr.-Ing. J. Jansen, Die Entwicklung des öffentlichen Verkehrsnetzes im Raum Braunschweig, Dissertation an der TU
Braunschweig
- Autorenkollektiv, BDEF Jahrbuch 1988, Verlag Uhle und Kleimann
- Werner Kieselbach, Joachim Martini, Hans-Günter Wilke, Die Geschichte der Eisenbahn von Gifhorn nach Celle
(Oberallertalbahn) im Landkreis Gifhorn, Herausgegeben vom Landkreis Gifhorn im Rahmen der Schriftenreihe des
Landkreises Gifhorn
- Werner Kieselbach, Dieter Nebelung, Die Geschichte der Berlin - Lehrter Eisenbahn von Gifhorn im Landkreis Gifhorn,
Herausgegeben vom Landkreis Gifhorn im Rahmen der Schriftenreihe des Landkreises Gifhorn
- Deutsches Kursbuch Gesamtausgabe der Reichsbahnkursbücher Ausgabe vom 21.Januar 1940, Deutsche Reichsbahn
Oberbetriebsleitung Ost Berlin
- Kursbuch Niedersachsen Bremen Ostwestfalen Sommer 1975, Kursbuchstelle der Bundesbahndirektion Hannover
Letzte Aktualisierung: 04.2009 © I. Foege